Unsichtbare
Lichtemissionen als DetektiveOxidative Zerfallprozesse können Produkten übel mitspielen. Sie berauben Wirkstoffe ihrer Effizienz, machen Lebensmittel ungeniessbar, stehlen Kunststoffen Festigkeit, Farbe und Glanz, können die Lebensdauer drastisch verkürzen. Meist ist der Schaden selbst gemacht, kommen doch in der Verarbeitung oft Verfahren zum Einsatz, welche das Oxidationsverhalten negativ beeinflussen.
Eine clevere Problemlösung entwickelten Konservierungswissenschaftler der Hochschule der Künste Bern zusammen mit Ingenieuren des Departements Technik und Informatik der Berner Fachhochschule. Basis bildet die Chemilumineszenz, eine durch chemische Reaktionen bewirkte, vom Auge nicht wahrnehmbare Lichtemission. Ihr Analysegerät kann Oxidations- und andere Zerfallsreaktionen präzis charakterisieren und so die Oxidationsstabilität von organischen Substanzen und Produktformulierungen voraussagen.
Für den Technologietransfer und die Vermarktung entstand 2008 die Firma ACL Instruments AG in Kerzers. Das modulare Gerätekonzept trifft eine Marktlücke. Chemilumineszenz hilft, Produktformulierungen hinsichtlich der Oxidationsstabilität zu optimieren und veranschaulicht quantitativ den Einfluss der Prozess- und Verarbeitungsparameter auf die Produktlebensdauer. «Unsere Kernkompetenz ist die sehr sensible Charakterisierung von Oxidationsprodukten in organischen Substanzen», erklärt Firmengründer und CEO Fabian Käser. «Zudem trägt unser Verfahren dazu bei, in der Biotechnologie Blutserumfette zu erforschen und antioxidative Effekte, Alterung und Krankheiten biologischer Gewebe zu untersuchen.»
Chemilumineszenz ist vielseitig einsetzbar, erlaubt die Untersuchung aller organischen Substanzen auf ihr Oxidationsverhalten und ihren Oxidationszustand. Besonders im Lebensmittelsektor erschliessen sich viele Einsätze, dient doch die Technologie dazu, von Zusätzen, Fetten und Ölen über Bier und Gewürze bis zu Verpackungsmaterialien gezielt zu untersuchen und Verhaltensprognosen anzustellen.
Produkte müssen heute hohe Anforderungen bezüglich Stabilität, Sicherheit und Qualität erfüllen, weshalb einer genauen Qualitätskontrolle der Stabilität hinsichtlich Oxidationsreaktionen grösste Bedeutung zukommt. Für ihre Innovation erhielt die ACL Instruments AG den Innovationspreis 2009 des Kantons Freiburg.
Mit der Unterstützung durch die STI - Stiftung für technologische Innovation finanzierte ACL Instruments AG 2007 die Rollout-Phase, insbesondere den Aufbau des Dienstleistungslabors und die Industrialisierung der Gerätehardware.